ENDER/KOLOSKO
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„Die Tradition, in der diese Aktionen stehen, ist offensichtlich. Oberhausen ist Christoph Schlingensiefs Geburtsstadt (...) Kolosko gelingt es mittels dieses Einbezugs des Geistes eine Fortschreibung der Schlingensief-Tradition zu bewirken. Nein, nicht Fort-›Schreibung‹, und Fort-›Setzung‹ schon gar nicht:
ein Fort-›Leben‹, das quer zu der allgemeinen (neo)-bürgerlichen und akademischen Assimilierung steht. Kolosko macht klar: Schlingensiefs Erbe kann man nicht  erdenken oder analytisch erfassen – man muss es (er)-leben.“  Dr. Matthias Däumer über DAS ZENTRUM LEBT!, 2014  WEITERLESEN

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NIBELUNGSIEDLUNG
Premiere Ende der Spielzeit 16/17, KAMPNAGEL HAMBURG


"Dabei wird die Sprache – gegenläufig zu den Konventionen unserer (noch) aktuellen Buchkultur – rundum als performativer Vorgang behandelt, also sowohl bezüglich des konkreten Entstehungs-, wie des Verwirklichungsorts von Enders Dramentext. Sowohl die Verwirklichung im chorischen Sprechen (nach antikem Vorbild aus Einzelstimme und Gruppensprechen) als auch die kollektiv-individuelle Entstehungsform des Dramentexts (›Schreib-Aventiuren‹) spiegeln so einerseits die mediale Realität der höfischen Literatur, andererseits bieten die mittel­alter­lichen Epen dem ›Sprachbad‹ das Motivarsenal, über das ein neuer – und das meint: topaktueller und ideologisch widerständiger – Mythos der Verletzlichkeit Form zu gewinnen vermag."
Dr. Matthias Däumer, Mediävist und Theaterwissenschaftler über NIBELUNGSIEDLUNG

"Stefan Kolosko und Nina Ender gehören zweifellos zur Gruppe derjenigen politischen Künstler, die für ihre Themen brennen, ihre Projekte mit mitreißender Leidenschaft vorantreiben und für die der Prozess der künstlerischen Arbeit  und die Auseinandersetzung mit ihren Mitspielern mehr zählt als das Ergebnis. Vielleicht überzeugen ihre Aufführungen gerade deshalb durch eine Energie, Kraft und Spielfreude, die man im Theater heute selten erlebt."
Amelie Deuflhard über ENDER/KOLOSKO


WIR DANKEN DER KULTURBEHÖRDE HAMBURG  UND AMELIE DEUFLHARD!

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Fotos © Sinje Hasheider & ENDER/KOLOSKO


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2. Else-Lasker-Schüler-Stückepreis
an Nina Ender

"Der mit 3.000 Euro ausgestattete zweite Stückepreis, der auf Wunsch auch als dreimonatiges Aufenthaltsstipendium am Pfalztheater Kaiserslautern ausgegeben werden kann, wird an Nina Ender für ihr Stück POLYBOSKOMPLEX verliehen. Mit einem großen Gespür für die Komik wie für die Tragik der Situation entwickelt Ender sprachwitzige Szenen von toller Absurdität, die immer alles zugleich sind: heiter und schmerzlich, witzig, tragisch und zutiefst menschlich, ja existenziell – wird hier doch eigentlich Intimes, Privates ins grelle Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Die modernen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin werden auf eine leichte, kluge, spielerische Weise in ihrer gesamten Ambivalenz verhandelt, als Hoffnungsträger wie als Optimierungswerkzeug. Damit eröffnet sie eine politische Reichweite weit über ihr Stück hinaus, vom Darwinismus über die Reproduktionsfantasien der Nationalsozialisten bis zum „social freezing“ der Gegenwart", so die Begründung der Jury.

Die Preisverleihung findet am 27. November 2016 im Pfalztheater Kaiserslautern statt.




 JUDITH + + + VOLKSBÜHNE BERLIN + + +  REGIE: FRANK CASTORF + + + PREMIERE 20. JANUAR 2016 + + + Nächste Vorstellung: 21. 12. 2016, 19.00 Uhr + + + KARTEN: HIER + + +

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                                                               Stefan Kolosko, Birgit Minichmayr  in  JUDITH  von  Friedrich Hebbel,  Regie:  Frank Castorf   Fotos © Thomas Aurin (re), Fritz Huste (li)


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Nina Ender und Stefan Kolosko sind derzeit das heißeste Ding der deutschsprachigen Theaterszene. Weil das Duo, sie von der Literatur kommend, er von der Projektarbeit mit Christoph Schlingensief, innerhalb weniger Jahre eine ganz eigene Form des Theaters erfunden hat, beeinflusst von literarischen Vorlagen, aber gleichzeitig offen für andere Formen, für Dokumentartheater, für bildende Kunst, für Einflüsse aus Trash, Popkultur und Klassik.
Kulturnews Hamburg
FAUSTFESTUNGSVORMÄRZ
Hier marschiert der gesellige Lehrerverein/ Im Vormärz der Bildungsrevolution: / Kampf der Interpretation! / Wir überlassen die Klassen den Geschichtsbüchern / Die Noten den Kaninchenzüchtern / Die Stoppuhr den Schiedsrichtern / Die Fächer den Schränken /
Denn die Grenzen der Fächer sind Grenzen im Denken / Wir lassen uns nicht länger beschränken / Vom Messbarkeitswahn dieser Zeit /
Wir sind bereit!
Revolutionslied von Nina Ender


»Theater, davon sind Ender und Kolosko überzeugt, ist ein Fest der Sinne, kein Diskurs; Sprache und Spiel. Und Chance: dass Lernen, Spielen und Leben darin wieder eins werden können.« taz über FAUSTFESTUNG
21./22. 3. 2015
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 Fotos: FAUSTFESTUNG © Andreas Bock (1, 2, 3) Kerstin Behrendt (5, 7) & Friedemann Simon (4, 6)         WEITERE FOTOS FAUSTFESTUNG

PROF. NIKOLAUS MÜLLER-SCHÖLL
ÜBER DIE ARBEIT VON ENDER/KOLOSKO:

»Eine mit unglaubliher Genauigkeit, Präzision und Originalität entwickelte Sprachmusik (...), Teil einer in ihrer Heterogenität unvergesslichen, abendfüllenden Performance. (...)
In ihrer großen Offenheit, ihrem rückhaltlosen Engagement in der eigenen Sache, die aber darin besteht, eine Begegnung mit anderen im Theater zu ermöglichen, erscheint sie mir mit wenigem vergleichbar, was ich in den großen Häusern in den vergangenen Jahrzehnten gesehen habe. (...)
Dabei scheint mir die großartige Geste der Arbeit darin zu liegen, dass hier nicht die Kranken von den Gesunden etwas lernen sollen, sondern diese von jenen. Vergleichbar Robert Wilsons frühen Arbeiten, in denen die Schauspieler das Hören von Tauben und das Kommunizieren von einem Autisten lernten, wird die Ausdrucksweise derjenigen, die sich anders ausdrücken müssen, als eine begriffen, die nicht bloß defizient, sondern in ihrer Defizienz auch auf Möglichkeiten zu verweisen vermag, die das um Normalität bemühte Sprechen überhören läßt.
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JETZT NEU: Nina Enders POLYBOSKOMPLEX beim Bühnenverlag FELIX BLOCH ERBEN, Berlin
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BARBARA BURCKHARDT, Theater heute
ÜBER  DEN POLYBOSKOMPLEX:

"Nina Ender hat mit Witz und Pathos sprachlich starke Stücke geschrieben über Behinderung, Präimplantationsdiagnostik, das Altern und jetzt, in «Polyboskomplex», über künstliche Befruchtung, die anonyme Samenspende und unbegrenzte Zellteilung. Ihre Stücke sind präzise recherchiert, gehen aber weit über die Wissenschaftsfiktion hinaus, schweifen ins Satirische und Absurde, streifen Science Fiction, bleiben aber immer verhaftet mit ihren Figuren, denen sie witzige, poetische Dialoge schenkt."
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26. - 29. März 19 Uhr  K2 Kampnagel Hamburg
FAUSTFESTUNG
EINE SPIEL- UND BILDUNGSREISE

Die Autorin Nina Ender und der Regisseur Stefan Kolosko setzten in ihren letzten Kampnagel-Produktionen HAMLETANSTALT und PARZIVALPARK eine »geballte Maschinerie aus Schlingensiefscher Anarchie« in Gang, »gewürzt mit einem Hauch Lars von Trier« (Hamburger Abendblatt).
Bei OLD SCHOOL präsentieren sie ihre neueste Inszenierung FAUSTFESTUNG, das Universitäts-Lyzeum für Lernen, Lernforschung und die Kunst der Lehre: Hier erlernt der Anwärter aufs Lehramt das Lernen am Lernenden. Im Zuge der großen Bildungsrevolution überlassen in Nina Enders neuem Stück die erste Bildungspartei (BIPA), der ›gesellige Lehrerverein‹ und die kompetenzrasterfrisierte Schülerschaft die Klassen den Geschichtsbüchern, die Noten den Kaninchenzüchtern, die Stoppuhr den Schiedsrichtern, den Stoff den Dealern und die Fächer den Schränken. Sie lassen sich nicht länger beschränken vom Messbarkeitswahn dieser Zeit.
Auf der Suche nach dem verlorenen Spiel streiften ENDER/KOLOSKO ein Jahr lang durch Hamburgs Bildungseinrichtungen. Die FAUSTFESTUNG, so der Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt, sei »die einzigartige Möglichkeit mit Empathie statt Diskurs Menschen als Menschen wahrzunehmen, statt über sie zu sprechen.«



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Foto © Sinje Hasheider

ALTE SCHULE
STADT DER KINDER UND SENIOREN II


In der ALTEN SCHULE treffen Kindergarten- und Schulkinder von heute auf die Schulkinder aus den 50er Jahren: Mit den Händen begreifen, mit den Füßen verstehen, wie soll das gehen? In der ALTEN SCHULE wird schnell klar, wie untrennbar Lernen und Spiel miteinander verwoben sind, und dass das scheinbar Ineffiziente, das Spielerische, das effizienteste Lernen ist. Bei den lustigen Lernstunden am Morgen bauen, basteln und kleistern die Meister des Lernens, des Spielens und der Geschichten fleißig an der Fantasieschule FAUSTFESTUNG herum, bis diese am Abend dann, in voller Pracht, ihre Pforten öffnen kann.

Do, 26.03. und Fr, 27.03. / 10:30–12:00
K2, Eintritt frei
Anmeldung an: nina.ender@gmail.com
oder bei Nina Ender und Stefan Kolosko: 0179-3946492
Oder über Kampnagel an: kasse@kampnagel.de
oder telefonisch 040 270 94949




Foto 
© Anja Köhne

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  Wenn nicht die Zeit bemessen wär / Und der Prunk nicht fast vergessen wär
   (Prolog DEFAKA von Nina Ender) Fotos © Michael Rosen
KUNSTGUERILLA
WELT AM SONNTAG, 25. 5. 2014

Die beiden sind im Einsatz, um die Marktstraße zu heilen. Die beiden sind Kunstguerilla, sie ist Nina Ender, die schon für die Schaubühne und die Burg geschrieben hat, er ist Stefan Kolosko, der in den letzten Schlingensief-Inszenierungen mitspielte. (...)
Sie setzen mich vor dem Laden auf einen Sessel, und pumpen ihn in die Höhe, und plötzlich bin ich König der Marktstraße, die Passanten bleiben stehen und lachen, und Oberhausens unwirkliche Avantgarde-Leichtigkeit überwältigt mich erneut, sie leuchtet so arglos in diesen Kommunalwahl-Zirkus hinein, mit etwas, das man Utopie nennen könnte oder Spiel, und das beginnt dort, wo aus Krempel wieder Leben wird. Mit den türkischen Kindern glüht Nina Ender, ein Mädchengesicht mit kurzen schwarzen Locken, um die Wette vor Spielfreude, von den Älteren notiert sie Beschwerden. (...)
Nun flackern die Bilder auf den Gazebahnen, die den Laden in ein Feldlazarett und ein Krankenbett und eine Schatzkammer unterteilen. Strahlentherapie. (...)
Da sind sich wohl zwei Simulationen in die Quere gekommen, die der Politik und die der Kunst, und es erwies sich, dass die letztere einen größeren Realitätsgehalt hatte und deutlich mehr Spaß brachte.


HAMLETANSTALT beim Festival
ODYSSEE : ERINNERN
2. Mai, 19.00 Uhr, Stadttheater Bremerhaven


»Dementen die Bühnen!« Mit diesem Auftrag geisterten Ender/Kolosko ein Jahr lang durch Hamburgs Demenzstationen: Die HAMLETANSTALT ist, wie das Reichskrankenhaus in Lars von Triers »Geister«, der Archetypus eines Altenheimes: Hier dreht ein dementer Regisseur »Hamlet« im Dritten Reich, hier probt Pflegedienstleitung Held ihr Alzheimer-Aufklärungs-Musical.
Bühneninstallation und Sprachkonzert schaffen den Rahmen, in dem man gemeinsam eine erfüllte Zeit verbringt: "Dabei scheint mir die großartige Geste der Arbeit darin zu liegen, dass hier nicht die Kranken von den Gesunden etwas lernen sollen, sondern diese von jenen, vergleichbar mit Robert Wilsons frühen Arbeiten", sagt der Theaterwissenschaftler Müller-Schöll.
Gemeinsam mit Menschen aus Bremerhaven begibt sich die HAMLETANSTALT auf die Suche nach einer gemeinsamen Zeit, jenseits von Begriffen wie Krankheit und Normalzustand.

Die verblüffende Happening-Atmosphäre des Alzheimer-Aufklärungs-Musical kam an.
(Ulrich Müller, Nordsee-Zeitung, 5. Mai 2014)
IMPRESSIONEN AUS DER HAMBURGER HAMLETANSTALT
Kinder spielen mit Demenzkranken in der HAMLETANSTALT auf Kampnagel



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NEU "PIDKID.DE" von Nina Ender bei FBE

Moritz meint, seinem kleinen Bruder Mark alles geben zu müssen: Süßigkeiten, seine Weihnachtsgeschenke, die selbstgeschriebenen Raptexte. Und hat doch immer ein schlechtes Gewissen. Immerhin hat Mark, der sich bloß noch Knochenmark nennt, ihm durch eine Knochenmarkspende das Leben gerettet.
Sophie meint, alles wissen zu müssen. Weist ihren Eltern nur Einsen vor und weiß um die medizinische Odyssee, die sie auf sich genommen haben, um sie gesund zur Welt zu bringen. Und doch weiß sie nicht, ob sie ihren Eltern mehr schuldig ist, ihrem schwerbehinderten Bruder, den "Zellgelumpgeschwisterlein", gegen die sie im Achtzellstadium gewann, oder doch Gott. Bei pidkid.de, einem sozialen Netzwerk für die Kinder der Präimplantationsdiagnostik (PID), lernen sich Moritz und Sophie kennen: "Sophie / Wieso Sophie / Das ist keine Philosophie  / Keine ist so wie sie / Sowie ich sie sah / War mir klar / Die oder nie-mand..." rappt er für sie - und kann seinem Bruder vielleicht endlich was geben, was ihm so viel wert ist wie sein Leben. Aber da hat Sophie längst ganz andere Pläne mit den Brüdern. Ein Battle um Tod oder Leben beginnt...

zum Stück
PIDKID.DE

bei FBE
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zur Autorin
Nina Ender
bei FBE



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Foto
© Martina Strilic

Nina Ender, vielfach ausgezeichneter Autorin, gelingt es mit klugem Humor, lebendiger, pulsierender Sprache und schlagfertigen Dialogen die Welt der jungen Erwachsenen aufzuzeigen, die sich - ob "PIDKID" oder "ganz normal" - alle mit den selben Fragen konfrontiert sehen: Kann ich angesichts wachsendem Effizienz- und Perfektionsdruck der Gesellschaft genügen?



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FOTOS © Anja Köhne (l., u.r.) und Sinje Hasheider
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PRESSESTIMMEN:
HAMLETANSTALT
–  Ein Luxusoratorium
(UA 16. 5. 2013, Kampnagel)


Immer wieder schlägt die Inszenierung Haken, kommt dem Publikum schmerzhaft nahe und entzieht sich sofort wieder. Kaum kriegt man eine nachvollziehbare Geschichte zu fassen (die böse Tochter, die Oma im Pflegeheim zum Überschreiben ihres Häuschens drängt), wird die schon wieder als wüstes Kasperltheater gebrochen und kurz darauf der Kakophonie der Reizüberflutung geopfert. Das unterhält, das nimmt einen auch ganz schön mit, vor allem aber ist es das, was die Herdecker Pflegewissenschaftlerin Angelika Zegelin kurz zuvor in ihrem Vortrag beschrieb: „Wir wollen notwendig sein, wir brauchen Wertschätzung!“ „Hamletanstalt“ funktioniert deswegen als Theaterstück so gut, weil Kolosko und Ender das Alter akzeptieren, in seiner Unstrukturiertheit, in seiner Hässlichkeit, in seiner Nervigkeit.
Theater heute (Juli 2013), Falk Schreiber 

+ + +

Bevor das Stück "Hamletanstalt" Premiere feiert, wird die Bühne von Kindern geentert. Sie rennen umher, singen, schreien und hinterlassen schwarze Handabdrücke. Hier wird das Bühnenbild für das Stück "Hamletanstalt" bespielt und für den Abend vorbereitet. Die aus Holz, Stoff, Plexiglas und Schaumstoff gebaute Theaterstadt ist eine Anstalt. Das Material stammt zum Teil aus alten Inszenierungen, die Vorhänge zum Beispiel von einem der letzten Projekte Christoph Schlingensiefs. (...)
Die Freiheit im Spiel der Alten Schauspieler ist mitreißend.
Jil Hesse, NDR.DE

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"Leben und Kunst sind eins", lautet Enders und Koloskos Credo. "Theater ereignet sich im Augenblick", spricht der Regisseur im weißen Gewand, hebt die Arme und gibt dem Chor der Alten den Einsatz, dirigiert ihn emphatisch, gibt Pausen und Takt vor. Inmitten der Unordnung herrscht Genauigkeit und Konzentration. Die Wachheit der zum Teil an Alzheimer erkrankten Akteure erstaunt. Sie sind mit Feuereifer bei der Sache, leben richtig auf. (...)
Ender und Kolosko stellen in ihrer "kaiserlichen Altenanstalt" die Werte der Leistungsgesellschaft in Frage, deren Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit, aber auch von Normen der Ästhetik und Schönheit in der Kunst. Und praktizieren furios ihre Diagnose: Spielen ist die beste Medizin.
Klaus Witzeling, Hamburger Abendblatt


PARZIVALPARK - Ausschnitte aus den Aufführungen


"Parzivalpark, Kampnagel
Nina Ender und Stefan Kolosko sind derzeit das heißeste Ding der deutschsprachigen Theaterszene. Weil das Duo, sie von der Literatur kommend, er von der Projektarbeit mit Christoph Schlingensief, innerhalb weniger Jahre eine ganz eigene Form des Theaters erfunden hat, beeinflusst von literarischen Vorlagen, aber gleichzeitig offen für andere Formen, für Dokumentartheater, für bildende Kunst, für Einflüsse aus Trash, Popkultur und Klassik. Zuletzt zeigten Ender und Kolosko auf Kampnagel die „Hamletanstalt“ im Rahmen des Themenwochenendes „Old School“ gemeinsam mit dementen Künstlern, jetzt holen sie für ihre Interpretation des Parzival-Mythos Autisten und Menschen mit Down Syndrom auf die Bühne. Die Handlung: Hirnforscher, quasi die zeitgenössischen Gralsritter, deren Gralsburg ein Labor ist, übertragen die Hirnströme von Autisten auf 'Neuro-Normalos'"
Theater kulturnews, Kulturregion Hamburg / S. 87
GEFÖRDERT DURCH DIE:

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PRESSESTIMMEN: PARZIVALPARK –
Forschungsstandort auf dem Schlachtfeld der Hochleistungsgesellschaft
(UA 16. 10.
2013, Kampnagel)

„Leben lassen oder abtreiben? An diesen Schmerzpunkt führt die Aufführung mit großer Wucht und Wut.“
Michael Laages, Deutschlandradio Kultur (Textkritik)

„Das hat Stefan Kolosko mit Christoph Schlingensief gemein, dass er all die, die anders sind als wir (…) einbeziehen will in seine Erfahrung von Leben und Theater. (...)
Alles immer gebunden, und das macht sozusagen die PARZIVALPARK-Rahmenhandlung aus, in eine Fantasie über die Grenzen der Wissenschaft: Wie weit darf man gehen, wie weit sollte man besser nicht gehen?“
Michael Laages, Deutschlandradio Kultur (Audiointerview)

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„In Hamburg gehen Nina Ender und Stefan Kolosko dahin, wo es so richtig wehtut. (...)
Es geht um Körper, und auch wenn die Medizin alles tut, um das Kreatürliche an diesem Thema zu verschleiern, bestehen Ender und Kolosko darauf, dass der Körper ejakuliert, blutet, kotzt. (...)
Das nähert "Parzivalpark" streckenweise der Bildenden Kunst an, indem es an Arbeiten von John Bock und Jonathan Meese erinnert. (...)
Diese Positionierung (zu Demenz, zu Behinderung) ist der springende Punkt des schmerzhaften, überfordernden, grenzüberschreitenden Theaters von Ender und Kolosko.“
Falk Schreiber, nachtkritik

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„Auf der Bühne (wird) die geballte Maschinerie aus Schlingensiefscher Anarchie mit einer kräftigen Dosis Orgien- und Mysterienspielen in Gang gesetzt. Das ganze gewürzt mit einem Hauch Lars von Trier.
Dem Klinischen der Medizin wird das Kreatürliche aus Sexualität, Geburt, Hirn-OP recht schmerzhaft in allerlei Farbig- und Flüssigkeiten gegenübergestellt.
(...) wenn die 28 behinderten und nichtbehinderten Darsteller mitreißende Chöre und starke Bilder liefern.“
Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt
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Fotos © Sinje Hasheider

PARZIVALPARK // 16.-20. Okt. /  20.00 Uhr // KAMPANGEL, K2                            
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MIT SIEBEN STÜCKEN von Nina Ender                                                                                                                                                   Foto © Sinje Hasheider

Im Oktober planen wir, die Autorin Nina Ender und der Regisseur Stefan Kolosko zusammen mit vielen anderen Menschen, auf Kampnagel die begehbare Bühneninstallation PARZIVALPARK zu erbauen und zu bespielen. Dabei gehen wir von Nina Enders Theaterstück DIE WISSENDEN aus:
»Das Zentrum für Hirnforschung / Wie früher die Ritter standen auch sie im Dienst eines Kreuzes / Rot auf weißem Grund / Ihr Gral war eine Nierenschale«: Hier, in den Laboren von PARZIVALPARK, erforschen Hirnforscher die außergewöhnlichen Begabungen von Autisten, während eine Frau, verfolgt von der Spätabtreibung ihres behinderten Kindes, in die "Wissenschaftsstadt" eindringt wie Parzival in die Gralsburg, und auf Ralph trifft, den eine schwere Hirnverletzung zum Savant gemacht hat... Doch die, um die es geht, sollen nicht außen vor bleiben - und wir Theaterleute mit unseren Themen unter uns!
Unsere Arbeit ist von einem Sprachverständnis geprägt, das in Sprache mehr sieht, als den Informationsgehalt der Wörter, das Blablalabal, das einen so schnell abschweifen lässt. Was erzählen wir durch Rhythmus, durch den Klang der Worte? Wir arbeiten dabei auch in einem dirigierten Sprechchor, in dem Betonungen detailgenau gearbeitet werden...
Wichtig ist uns, in der Gesellschaft bestehende Separationen aufzuweichen, unterschiedliche Menschen zusammen zu bringen und so einen anderen Blick auf die einschränkenden Kategorien normal/unnormal, krank/gesund zu bekommen! Wir fragen: Was können wir lernen?
Deshalb sind wir auf der Suche nach Mitspielern: Für unseren Sprechchor oder zur Mitgestaltung der Bühnenstadt.
Rufen Sie uns wegen Terminen und allen anderen Fragen gerne an: 0179-3946492 oder 0179-8308112


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Fotos © Sinje Hasheider

HAMLETANSTALT //
Do, 16. + Fr, 17. Mai, 19:30 / Sa, 18. Mai, 16:00 // Kampnagel, K2   

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Die kaiserliche Altenanstalt / Ist die älteste ihrer Art / Erbaut im Zuge von Otto von Bismarcks Sozialgesetzgebung / Schon damals die modernste Europas / Galt sie als Vorzeigeeinrichtung im ganzen Reich (Aus HAMLETANSTALT von Nina Ender)


Im Rahmen des Festivals OLD SCHOOL - VON ALTEN LERNEN auf Kampnagel
HAMLETANSTALT – Ein Luxusoratorium
Ender/Kolosko/Kampnagel, Berlin/Hamburg

»Eine mit unglaublicher Genauigkeit, Präzision und Originalität entwickelte Sprachmusik (...), Teil einer in ihrer Heterogenität unvergesslichen, abendfüllenden Performance«, so der Theaterwissenschaftler Prof. Nikolaus Müller-Schöll über die vorangegangene Kampnagel-Produktion von Schlingensief- Schauspieler Stefan Kolosko (u.a. VIA INTOLLERANZA II)
und der preisgekrönten Dramatikerin Nina Ender, deren Stücke Tankred Dorst »Dramatische Poeme« nennt. »Dementen die Bühnen!« mit diesem Auftrag geistern Ender/Kolosko seit einem Jahr durch Hamburgs Demenzstationen:
Die HAMLETANSTALT ist, wie das Reichskrankenhaus in Lars von Triers »Geister«, der Archetypus eines Altenheimes: Hier dreht ein dementer Regisseur »Hamlet« im Dritten Reich, hier probt PDL Held ihr Alzheimer-Aufklärungs-Musical. Bühneninstallation und Sprachkonzert schaffen den Rahmen, in dem wir gemeinsam eine erfüllte Zeit verbringen: »Dabei scheint mir die großartige Geste der Arbeit darin zu liegen, dass hier nicht die Kranken von den Gesunden etwas lernen sollen, sondern diese von jenen, vergleichbar mit Robert Wilsons frühen Arbeiten.«
(Prof. Nikolaus Müller-Schöll)

Do 16.05. + Fr 17.05. / 19:30, Sa 18.05. / 16:00, K2


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